Ingenieur auf Zeit

Ingenieur auf Zeit

Archi-EATON Kooperationsprojekt im Rahmen von „Ingenieur auf Zeit“ – Pilotprojekt „Bau einer autarken Archi-Wetterstation“

Ein Wetterfrosch am Archi? – So skurril das auch klingen mag, bald könnte das die Wirklichkeit werden, zumindest so ähnlich. Die Rede ist von der neuen Wetterstation, deren Bau und Entwicklung sich ein Schülerteam der EPH mit Unterstützung durch Mitarbeiter der Soester Firma Eaton CEAG Notlichtsysteme GmbH zur Aufgabe gemacht hat. Die Apparatur soll im eigenen Schulgarten, der sogenannten „Oase“, auf einer zuvor von Schülern in den Sommerferien aufgestellten Gartenhütte angebracht werden. Dabei soll die für die Wetterstation benötigte Energie durch zwei auf dem Hüttendach angebrachte Solarpaneele gespeist werden. Die von der Wetterstation ermittelten Daten werden dann für alle Schülerinnen und Schüler des Archis über eine Wetter-App abrufbar sein.

Das Projekt wird von Mitarbeitern der Firma Eaton CEAG mit Unterstützung von Fachlehrer*innen des Archigymnasiums geleitet und jeden Dienstag coronabedingt über eine Videokonferenz durchgeführt. Dabei wurde die Projektgruppe in zwei Bereiche aufgeteilt, wobei sich der eine Teil mit der Hard- und Software der Wetterstation befasste, während der andere die Energieversorgung mittels Photovoltaik-Technik als Thema hatte. „Die Wetterstation wird über verschiedenste Sensoren Wetterdaten erfassen, die dann in Form von elektrischen Signalen an einen Mikrocontroller gesendet werden. Dieser wertet sie aus und lädt sie anschließend in der Wetter-App hoch“, erklärt Juri Pendzich, Teilnehmer des Projektbereichs Hardware/Software. Der Strom für diese Messinstrumente wird von zwei Solarpaneelen aufgebracht, deren Aufbau sich der zweite Teil der Schüler als Ziel gesetzt hatte. Über das ganze Jahr hinweg soll mithilfe der Sonne Energie aufgenommen und dann in einer Batterie gespeichert werden.

Während der gesamten Projektarbeit konnten die Schülerinnen und Schüler ihre umfassenden Kenntnisse zu den Gebieten der MINT-Fächer praktisch anwenden, sowie weiteres, über den Schulunterricht hinausgehendes Wissen erlangen. Dabei konnten sie durch die Erfahrung der Mitarbeiter von Eaton CEAG sehr viel Neues dazulernen und auch die Anwendung vieler physikalischer und chemischer Phänomene erfahren, die sie in ihrer bisherigen Schullaufbahn weitestgehend theoretisch kennengelernt hatten. Aber auch für die Teamleiter war es eine tolle Erfahrung mit jungen interessierten Menschen zusammenzuarbeiten und diese auch für ihre Berufe begeistern zu können. „Wir freuen uns, dass die Teilnehmer des Projektes so viel Begeisterung und Einsatz gezeigt haben und wir einen besseren Einblick in den Beruf des Ingenieurs vermitteln konnten. Es ist ein erklärtes Ziel von Eaton junge Menschen durch eine Vielzahl von Initiativen, Aktivitäten und Möglichkeiten zu inspirieren. Dies möchten wir erreichen durch die Information über Bildungs- und zukünftige Karrieremöglichkeiten sowie durch das Angebot spannender MINT-Karrieremöglichkeiten innerhalb des Eaton-Konzerns“, erklärt Wiebke Tornau, Personalleiterin der Eaton CEAG.

Was noch ansteht, ist der eigentliche Zusammen- und Aufbau der verschiedenen Komponenten. Durch die aktuelle Lage wird dies voraussichtlich aber erst nach den Osterferien möglich sein. Auf jeden Fall ist die Vorfreude darauf und die Spannung groß! Vielleicht wird schon bald jede Schülerin und jeder Schüler mit nur einem Blick auf sein Handy wissen, wie das Wetter an diesem Tag am Archi ist.

Niklas Romberg, Alexander Schütte

Das Projekt aus Sicht der Lehrerperspektive

Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler war und ist weiterhin riesig, ein so komplexes Projekt wie den Bau einer autarken Wetterstation in allen Bereichen selbst zu gestalten – beginnend vom Aufbau der Gartenhütte mit künstlerischer Gestaltung als „Bautrupp-AG“ über die Planung und Umsetzung der Wetterstation über alle technischen Aspekte hinweg bis hin zur Programmierung einer Wetter-App. Die Idee und Umsetzung dieses Projektes im Rahmen unseres Kooperationsprojekts „Ingenieur auf Zeit“ war nur dank der Ideen und des Einsatzes der Firma Eaton CEAG unter Leitung von Thorsten Möllmann möglich, die uns nicht nur die Technik-Produkte zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die „Manpower“ durch die vielen engagierten und empathischen Mitarbeiter, von denen unsere Schüler*innen in den Arbeitsphasen betreut wurden. „Es ist toll mitanzusehen, wie es den Gruppenleitern gelingt, selbst zu Lockdown-Zeiten bei den Schüler*innen das Interesse und den Arbeitseifer hochzuhalten.“ finden Amelie Habersetzer und Hannah Winkler, beide Lehrerinnen im MINT-Bereich und Begleiterinnen der „Hardware-Software-Gruppe“.

In dieser Gruppe unter Leitung von Volkan Degirmenci, Raja Shekar Rane und Cagdas Yalinci wurden den Schüler*innen die Mikrocontroller-Boards sowie verschiedenste Sensoren zur Verfügung gestellt, so dass diese erst in Workshops in der Funktion der Bauteile geschult wurden und im Anschluss dann zuhause mit ihrem „persönlichen“ Sets experimentieren und programmieren konnten. Die „Forschungsergebnisse“ wurden dann in Videokonferenzen mit den anderen Gruppenteilnehmern geteilt.

In der „Photovoltaik-Gruppe“ unter Leitung von Thorsten Möllmann und Michael Sträter stand die Planung und Umsetzung einer autarken Energieversorgung für die Wetterstation im Fokus, hier wurde mit den Schüler*innen die richtige Dimensionierung der Module erst erarbeitet und berechnet, dann die Bauteile auf dem EATON Außengelände per Videozuschaltung getestet. Aktuell erhält die Gruppe ein Set zur eigenen Erprobung vor Ort.

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Firma Eaton CEAG sieht Marcus Ross, Schulleiter am Archigymnasium, als besonders großen Mehrwert: „Hier können die Schüler*innen Erfahrungen in einem praktischen Umfeld sammeln und Einblicke in die Berufsbilder von Ingenieuren und Softwareentwicklern erlangen, und erhalten so auch eine wertvolle Unterstützung in Hinblick auf die spätere Berufswahl.“

Weder die Schüler*innen noch die Mitarbeiter der Firma Eaton CEAG ließen sich übrigens von den widrigen Umständen in Zeiten des Lernens auf Distanz rund um das Projekt in ihrer Begeisterung beeinträchtigen.

Herzlichen Dank jetzt schon für ein tolles Pilotprojekt im Rahmen des Kooperationsprojekts „Ingenieur auf Zeit“, bei dem nicht nur die beteiligten Schülerteams viele technische Aspekte mitgenommen haben, sondern auch wichtige Impulse aus der Binnenperspektive eines Wirtschafsunternehmens. Auch unsere beteiligten MINT-Kräfte mit Amelie Habersetzer, Vitali Heints, Patrick Schnell und Hannah Winkler freuen sich über die sehr gelungene Kooperation und wichtige Impulse auch für den eigenen Unterricht aus der Ingenieurperspektive.

Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Schritt, der Zusammenführung der beiden Arbeitsgruppen mit der Montage und Inbetriebnahme der autarken Archi-Wetterstation unter Aufsicht der Experten von EATON CEAG bei uns in der Oase.

Amelie Habersetzer und Patrick Schnell (MINT-Koordination am Archigymnasium)

(Das Bild ist in den vergangenen Sommerferien entstanden)

3malE –Schulwettbewerb von innogy

3malE –Schulwettbewerb von innogy

Auch in diesem Jahr nehmen wir auch wieder mit zwei spannenden Projekten am „3malE“- Schulwettbewerb teil. Dabei stehen wie immer die Themen Nachhaltigkeit und Energie im Mittelpunkt, denn als wichtige Querschnittsthemen berühren diese in der Schule nicht nur die MINT-Fächer.

Beim Projekt „Archidesign & Upcycling – Design-Bestickung nachhaltig produzierter Shirts & Pullover“ unserer SV steht das Upcycling von-T-Shirts und Pullover im Vordergrund. Hierzu ist auch schon ein Designwettbewerb angelaufen und gute Ideen gesammelt worden. Dies soll dazu beitragen, die Identifikation mit der Schule weiter zu erhöhen. Mithilfe des modernen Designs und einer Industrienähmaschine soll dann Kleidung durch Bestickung mit den Logos auf nachhaltig produzierte Rohware oder eigene Kleidung aufgewertet werden. Durch diese Aufwertung soll bewusst oder auch unbewusst eine längere Tragedauer der Kleidung ermöglicht werden, wodurch ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit entsteht.

Beim Projekt “Mikroklimamessungen im Lebensraum Hecke“ wollen Schüler*innen unserer Forscher- und Tüftler-AG die Hecken auf unserem Schulgelände genauer unter die Lupe nehmen und auch mithilfe von Umweltsensoren das Mikroklima dort genauer erfassen. Das unterschiedliche Mikroklima bietet ganz unterschiedlichen Pflanzen Chancen, sich dort anzusiedeln und schafft so eine hohe Artenvielfalt in diesem mal eher naturnah, mal eher naturfern gestalteten heimischen Ökosystem.

Der effiziente Einsatz von Ressourcen steht somit bei beiden Projekten im Fokus der Untersuchungen. 3malE möchte mit dem Wettbewerb Schülerinnen und Schüler dazu animieren, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Mehr Informationen zu diesem Wettbewerb findet sich hier:

https://www.zdi-portal.de/schuelerteams-aus-nrw-gewannen-beim-zwoelften-3male-schulwettbewerbs-kreative-loesungsansaetze-zum-thema-energie-wurden-ausgezeichnet/

P. Schnell und B. Couchoud

CAD-Workshop

CAD-Workshop

Wer möchte das nicht manchmal: Sich die eigene Welt auf Knopfdruck selber schaffen?

20 Schülerinnen und Schüler des Bionik/Robotik-Kurses der Jahrgangstufe 9 des Archigymnasiums bekamen jetzt im Rahmen eines Workshops in Zusammenarbeit mit der Bochumer Firma Heuron dazu. Nach sorgfältiger Planung und Konstruktion der gewünschten Objekte am Computer wurden diese dann am 3D-Drucker Realität.

Drei Mitarbeiter der Bochumer Firma begleiteten die Teilnehmer des Workshops fachkundig, indem sie den Schülern zeigten, wie man auf intuitive und anschauliche Weise das Konstruieren in 3D erlernen kann. Angefangen wurde mit der Konstruktion eines personalisierten Einkaufwagenchips, der von den Jugendlichen selbst am Rechner designt und mit ihrem Namen oder auch einem Logo versehen und anschließend gedruckt wurde. Nachdem sich die Schüler so mit dem CAD-Programm vertraut gemacht hatten, durften sie in kleinen Wettbewerben ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Den Siegern um die originellsten oder auch nützlichsten Objekte wie Vasen oder Stiftboxen winkten Figuren aus dem Computerspiel Among Us – selbstverständlich vor Ort gedruckt.

Perspektivisch möchte das Archi eine festetablierte Arbeitsgemeinschaft mit Schüler-Experten rund um den 3D-Druck als zusätzlichen Baustein seiner MINT-Förderung an der Schule einrichten. Angedacht ist, dass sich Mitschüler an die Teilnehmer der AG wenden können, wenn sie beispielsweise für ein Projekt oder eine Präsentation einen Gegenstand zur Veranschaulichung als Realie in 3D zeigen möchten. Dieser soll dann mit Hilfe des schuleigenen 3D-Druckers hergestellt werden können. 

3D-Drucker selbstgebaut

3D-Drucker selbstgebaut

Archischüler*innen bauen einen Schul-3D-Drucker in Kooperation mit dem StadtLabor, dem zdi und Kleegräfe Elektroinstallation

3D-Druck bietet für eine Schule viele interessante und motivierende Aspekte. So wird das räumliche Vorstellungsvermögen geschult, indem Modelle zunächst am PC in 2D entworfen und später durch den Drucker in 3D gedruckt werden. Außerdem können durch den Drucker notwendige Bauteile im Rahmen von Mikrocontroller-Projekten im Informatikunterricht hergestellt werden. So erhöht sich die Bandbreite der umsetzbaren Projekte deutlich.

Im Rahmen eines Workshops am digitalen StadtLabor bauten am letzten Wochenende Archi-Schüler*innen aus zwei Teams der Forscher- & Tüftler-AG des Archigymnasiums in Kooperation mit Patrick Sauermann von Kleegräfe Elektroinstallation und dem zdi einen 3D-Drucker aus mehr als 100 Einzelteilen inklusive aller Sicherheitseinrichtungen zusammen.

Zielsetzung für die beteiligten Schüler*innen war es, mit Geduld und Gewissenhaftigkeit und unter Aufsicht eines Elektrikers nicht nur Spaß beim Zusammenbau des 3D-Druckers zu erleben, sondern auch ihr technisches Verständnis zu erweitern. Sie konnten diese komplexe Aufgabe, von Anfang bis Ende, weitestgehend eigenständig durchführen. 

Zudem erfuhren Sie einiges zum Berufsfeld eines Elektrikers und den Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten aus erster Hand. Das zdi förderte den Workshop als Baustein einer vertieften Berufsorientierungsmaßnahme.

Als „Belohnung“ stand am Ende und nach der technischen Abnahme ein selbst gebauter, voll funktionsfähiger 3D-Drucker, welcher einsatzbereit auch den Anforderungen von Schulen entspricht.

Nicht nur die Schüler*innen des aktuellen Teams, sondern auch die Mitschüler*innen freuen sich bereits, in den bald folgenden Workshops 3D-Druck-Objekte zu entwerfen und im Druck auch umzusetzen.

Patrick Schnell und Daniel Stark

Wasser für die Oase

Wasser für die Oase

Ein Projekt zur Konstruktion einer automatischen Bewässerungsanlage für die Oase.

Wie alles begann:

Nachdem mit dem „Weiß statt heiß“ – Projekt im Schuljahr 2018/19 Preisgelder gewonnen wurden (vgl. Jahrbuch des letzten Jahres), stellte sich am Anfang des Schuljahres 2019/20 in der „Forscher und Tüftler“ – AG die Frage, was man mit dem Preisgeld machen könnte. Da es Jahr für Jahr schwieriger wird, eine Person zu finden, die in den Sommerferien die Pflanzen in der Oase gießt, kam der AG-Leiter Herr Schnell auf die Idee, man könnte das Preisgeld auch dafür verwenden, eine automatische Tröpfchen-Bewässerung zu bauen. Nach erster Recherche stellte sich heraus: Fertiglösungen mit Zeit- und Messfunktionen gibt es viele, jedoch sind diese bei einer großflächigen Lösung auch relativ teuer. Jedoch fand sich auf einer Webseite, die sich mit sog. Arduinos, kleinen, programmierbaren Mikrocontrollern, die für den Hobby- und Entwicklungsbereich gedacht sind, ein Bauprojekt zum kostengünstigen Eigenbau einer solchen Bewässerungstechnik. Da auch wieder Förderanträge zum Projekt bei der Firma Innogy eingereicht werden konnten, wurde ein solches Set bestellt.

Der Pflanzuino:

Nachdem dieses Set angekommen war, wurde es zunächst begutachtet und auf Vollständigkeit überprüft. Hierbei stellte sich heraus, dass ein Feuchtigkeitssensor fehlte, welcher jedoch mit einem solchen aus Schulvorräten ergänzt werden konnte. Des Weiteren stellte sich nach einem leichten Zusammenbau mit erstem Test heraus, dass die Pumpe nicht in der Lage war, größere Mengen Wasser zu transportieren. Nach dem Kauf einer neuen, stärkeren Pumpe konnte diese Technik auf Herz und Nieren geprüft werden. Hierbei war jedoch zu bemerken, dass der Sensor nach knapp zwei Wochen sponn und falsche Werte lieferte. Eine Begutachtung ergab, dass dieser durch Korrosion unbrauchbar geworden war. Damit wurde dieser Zweig des Projekts erst einmal abgeschlossen.

Der Blumentopfwächter:

Nachdem neben Frau Bölts (jetzt Winkler) noch mehrere Siebtklässler in das Projekt einstiegen, wurden für diese, um das technische Verständnis zu erhöhen, mehrere, sog. Blumentopfwächter angeschafft. Diese sind in der Lage, den Feuchtegrad der Erde anhand der Blinkgeschwindigkeit einer LED anzuzeigen. Diese wurden jedoch nach einer Testphase, bei welcher sie an sich gut funktionierten, wieder weggepackt, da keine Ausbaumöglichkeit bestand, ohne dass eine komplette Änderung hätte erfolgen müssen.

Weitere Ansätze: Bau aus Elektronik-Bauteilen:

Nachdem der Pflanzuino nach einigen Problematiken nicht betriebsfähig war und aufgrund der Corona-bedingten Schulschließungen viel Zeit vorhanden war, wurde eine weitere Idee umgesetzt: die Umänderung eines Schaltplans eines Dämmerungsschalters zu einer Planzenbewässerung. Diese erst einmal komisch klingende Umwandlung hat jedoch ihren Sinn: ein Lichtwiderstand (kurz: LDR) besitzt ähnliche technische Eigenschaften wie ein Feuchtigkeitssensor, mit dem Unterschied, dass er auf Licht reagiert. Nach einer Umrechnung der ersten Schaltung konnte ein Prototyp in Betrieb genommen werden, welcher jedoch nach circa zwei Wochen eine Überschwemmung verursachte. Der Fehler war schlussendlich gesehen ein simpler Rechenfehler, welcher jedoch nicht korrigiert wurde, da eine Umsetzung eines zweiten Schaltplans zu einem Dämmerungsschalter, diesmal auf Basis einer Integrierten Schaltung, anstand. Dieser wurde wieder erprobt, wobei abgesehen von einer schlechten Stromversorgung, keine Fehler festzustellen waren, sodass dieser Prototyp als Vorbild für die Bewässerungstechnik fungierte.

Endspurt: Der Aufbau in der Oase:

Nachdem alle Teile bestellt waren, konnte nach einem Zusammenbau, welcher sich relativ problemlos gestaltete, der erste Test vor Ort in der Oase stattfinden. Zusammen mit Frau Winkler, Herrn Schnell und den Oasen-Koordinatoren Herrn Volkmer und Herrn Lohmann wurde die Technik aufgebaut, bei einem Test zeigte sich jedoch die Notwendigkeit eines An/Aus Schalters, sowie einer Überarbeitung der Ansteuerung des Magnetventils, da dieses nach kurzer Betriebszeit heiß wurde. Nachdem einige Zeit später dieser Fehler behoben sowie ein Solar-Modul, welches den vorhandenen Akku auflädt, installiert war, konnte die Technik aufgebaut werden. Diese funktioniert, bis auf eine Undichtigkeit am Schlauchsystem, welche kurze Zeit später ebenfalls behoben wurde, einwandfrei.

Fazit und Aussichten für die Zukunft: Nach einer längeren Forschungsphase ist die Anlage nun bereit, die Oase automatisch und sensorgesteuert zu bewässern. Diese Bewässerung soll in Zukunft auch über mehrere Jahre im Einsatz bleiben. Es steht außerdem die Überlegung im Raum, diese im Laufe der nächsten Jahre zu erweitern.

Autor: Simon Schallör

Von Klimawandel, Klimakrise und Klimakatastrophe

Von Klimawandel, Klimakrise und Klimakatastrophe

Knapp 200 hören aufrüttelnden Vortrag von Dr. Udo Engelhardt

Was ist der Zusammenhang zwischen Kanarienvögeln, Korallenriffen und dem Klima? Diese Frage beantwortete Udo Engelhardt in seinem Vortrag ‘Klima 2.0’ – Was kommt! Was tun?, den er gleich zweimal am Archigymnasium hielt – im September vor den Jahrgangsstufen Eph und Q1 und jetzt auch für die Jahrgangsstufen Q2 und 9.

Der Soester Meeresbiologe ist ein weltweit renommierter Experte für Korallenriffökologie, der in Australien studiert und promoviert hat, jahrelang am Great Barrier Reef in Australien und den Korallenriffen auf den Seychellen geforscht hat und dabei vor über 20 Jahren mit den Auswirkungen des Klimawandels in Kontakt kam. Denn so wie Kanarienvögel in früheren Zeiten im Bergbau eingesetzt wurden, weil sie bei einer ansteigenden Konzentration giftiger Grubengase ohnmächtig wurden und so die Bergleute warnten, sind Korallenriffe Indikatoren für die ansteigende Erwärmung der Erde: Bei zu hohen Wassertemperaturen sterben die Korallen binnen kurzer Zeit ab.

So kam Dr. Engelhardt vor zwanzig Jahren von der Meeresbiologie zur Klimafolgenforschung und hat sich mittlerweile ganz der Klimakommunikation verschrieben, um über die drohende Klimakatastrophe aufzuklären und zu motivieren, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich noch bieten, um sie abzuwenden. Am Archigymnasium führte er den Schülern eindringlich vor Augen, wie stark sich weltweit seit Beginn der Industrialisierung die CO2-Werte in der Atmosphäre erhöht haben und wie stark und rasant die Erderwärmung voranschreitet, weshalb Wissenschaftler mittlerweile nicht mehr nur von Klimawandel, sondern von Klimanotstand oder Klimakrise sprechen. Anschaulich untermauert durch viele Fotos, Grafiken, Daten und Beispiele erklärte der Wissenschaftler den Schülern, dass es keinerlei Zweifel daran gibt, dass die Erderwärmung menschengemacht ist und durch klimaschädliche Gase verursacht wird, die durch das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas entstehen.

Unser Urklima, in dem die Menschheit entstanden ist und begonnen hat, Landwirtschaft und Städtebau zu betreiben, nennt Dr. Engelhardt ‘Klima 1.0’. ‘Klima 2.0’ ist eine neue Version des Klimas, in der wir seit der Industrialisierung unsere Wohlfühltemperatur verlassen. Was wir unbedingt vermeiden müssen, ist das Klima 3.0, das führte der Klimaforscher sehr eindringlich vor Augen: Wir haben in der globalen Erderwärmung einen Kipp-Punkt, an dem sich der Temperaturanstieg nochmals beschleunigen wird und sich nicht mehr zurückdrehen lassen wird, gleich einem Dominoeffekt. Die gängige Schätzung besagt, dass dieser Kipp-Punkt erreicht wird, wenn die globale Temperatur um etwa 2 Grad über der bisher üblichen Durchschnittstemperatur liegt. Wenn wir so weitermachen wie bisher, können wir diesen Kipp-Punkt schon in zehn Jahren erreichen. Mithilfe zahlreicher Fotos erfuhren die Schüler etwas über die Indikatoren, die das Erreichen dieses Kipp-Punkts anzeigen, wie das Absterben der Korallenriffe, das Schmelzen der Gletscher und des polaren Meereises, das Auftauen des Permafrosts sowie Veränderungen der Meeresströmungen und der Klimazonen.

Was tun? Dass es jetzt noch eine Möglichkeit gibt, die Klimakatastrophe abzuwenden, stellte Udo Engelhardt zum Abschluss seines Vortrags heraus: Eine konsequente Energiewende ohne Verwendung von fossilen Energien kann das Klima 3.0 verhindern. Der Forscher ermunterte die Schüler, über dieses existentielle Problem zu sprechen und sich, wenn sie demnächst an Wahlen teilnehmen dürfen, zu informieren, wie die Politiker sich dazu positionieren.

Die Rückmeldungen der Schüler zum Vortrag und zur langen Diskussionrunde im Anschluss reichten von „sehr informativ und lehrreich“, „erschreckend gut“ bis „fesselnd“, sie reagierten zudem betroffen, aber auch positiv auf den Vortrag: „Der Vortrag öffnet einem die Augen“, „In seinem Vortrag bringt er uns den Klimawandel und seine enormen Auswirkungen näher“ und „Angesichts der anschaulichen Graphiken wurde uns schnell bewusst, wie dramatisch die Lage der Erde momentan ist und werden wird“, so einige Rückmeldungen von Schülern aus der Q2. 

Positiv wahrgenommen wurde zudem die Aufforderung von Herrn Dr. Engelhardt, jetzt zu handeln und sich zu engagieren. So meldeten einige Schüler zurück: „Der Vortrag war echt motivierend, weiter für den Umweltschutz einzustehen und Fridays for Future zu unterstützen.“, „Er hat einen zum Nachdenken gebracht und er hat mich dazu bewegt, mehr auf die Nachhaltigkeit zu achten“ und „Durch unser politisches Engagement könnten diese [Lösungsvorschläge] (besser) durchgesetzt werden. Das weite Spektrum von solchen Vorschlägen hat mich überrascht“.   

P. Schnell
(MINT-Koordination)