ERASMUS +

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Unsere europäische Projektarbeit mit unserer spanischen Partnerschule geht in die Verlängerung

Schüler*innen und Lehrer*innen am Archigymnasium nutzten am vergangenen Freitag das sonnige Wetter und die ersten Tage in Maskenfreiheit, um ihre filmische Projektarbeit im Freien wieder aufzunehmen.

„Überglücklich haben wir im Sommer 2019 den Zuschlag für unser europäisches Erasmus PLUS-Projekt erhalten – und dann kam Corona“, erklärt die zuständige Projektleitung am Soester Archigymnasium. Bis Juni 2021 sollte an großen und kleinen Umwelt- und Kultur-Projekten gearbeitet werden. Vor allem aber sollten im Rahmen des Projekts zwei  Austauschreisen stattfinden. Kleine Projekte konnten realisiert werden. Viel mehr war unter den gegebenen Umständen allerdings nicht möglich, denn auch die spanischen Schulen waren lange geschlossen.

„Wir dürfen ein Jahr verlängern und holen alles nach“, freut sich auch die spanische Projektleiterin der Partnerschule José María Infantes in Uterera und würde am Liebsten gleich zwei Gruppen im kommenden Frühjahr auf die Reise nach Deutschland schicken. „Wir haben mehr als 30 Schüler*innen, die schon lange darauf warten, Soest und den Möhnesee endlich kennenzulernen.“  Bis es soweit ist, wollen wir den alltäglichen Austausch im Rahmen der Klein- und Großprojekte so intensiv wie möglich pflegen.

Einige Kleinprojekte haben mittlerweile schon  „Tradition“. Vor den Sommerferien gehen deutsche und spanische Schüler über die Online-Plattform Etwinning in den Austausch über ihre Pläne für den Sommer. Vor den Winterferien wird im chat über westfälische und andalusische Weihnachtsbräuche geplaudert oder es werden Ideen für „nachhaltiges Schenken und Feiern“ ausgetauscht.

„Mit geschultem Blick sehen wir immer mehr Gemeinsames“, ist das Motto des letzten Diptychon-Fotoprojektes. Oberstufenschüler haben sich über „emblematische Orte und Kulturmotive“ ihrer Städte ausgetauscht und versucht, das Gemeinsame in einer Fotoimpression verschmelzen zu lassen. Hier verschmelzen nicht nur Stadttore und Kirchturmspitzen,  sondern auch andalusische und westfälische Landschaftsimpressionen oder typische Gegenstände des alltäglichen Lebens.       


„Viele Produkte der Kleinprojekte fließen ein in unser zentrales ERASMUS-Projekt“, erklären die Schüler*Innen.  Unter dem Programmtitel STEPS erstellen deutsche und spanische Schüler*innen gemeinsam einen digitalen Reiseführer für nachhaltigen Tourismus in ihren Regionen. Damit wollen sich die Autoren vor allem an junge Besucher wenden und ihre touristischen Infos entsprechend unterhaltsam aufbereiten.

Der digitale Reiseführer soll nicht einfach nur über ein Spaßprogramm in den Regionen Soest/Möhnesee oder Uterera/Sevilla informieren, sondern legt sein besonderes Augenmerk auf „Umweltverträglichkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „kulturelles Lernen mit Spaßfaktor“. Wie spannend das Thema sein sein kann, „lässt sich eben  heutzutage am Besten mit Videos, Fotos und Ton transportieren“, finden die Schüler*innen, die an dem Projekt teilnehmen.


Das allgemeine Interesse an dieser Projektarbeit beweist auch der neue Kurzfilm der spanischen ERASMUS-Schüler*innen über die Tradition der andalusischen Campaneros, einer 500-jährigen Glöckner-Tradition in Utrera. Auch die Presse vor Ort berichtet regelmäßig über die Erasmus-Projektarbeit zwischen dem Soester Archigymnasium und der spanischen Museumsschule – einer mehrfach ausgezeichneten Modellschule für Kunstdidaktik. In Kürze will auch das lokale spanische Fernsehen über das STEPS-Projekt berichten. 

„Wir hoffen auf schönes Wetter und weniger Corona-bedingte Einschränkungen, damit wir nun auch endlich loslegen können und unsere Filmbeiträge für das STEPS-Projekt drehen können“, hoffen die Schüler*innen am Archi. „Mit dem guten Filmwetter haben die Südspanier einfach immer einen kleinen Vorsprung.“

Archi mit dem eTwinning-Schulsiegel ausgezeichnet

Archi mit dem eTwinning-Schulsiegel ausgezeichnet

Die Auszeichnung würdigt europäisch ausgerichtete Schulen, die sich besonders für eTwinning engagieren und dies bei ihrer Schulentwicklung berücksichtigen.

eTwinning-Schulen gelten als Leuchttürme und Inspirationsquelle für andere Einrichtungen. Die Auszeichnung honoriert den gemeinsamen Einsatz von Schulleitungen, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. In der aktuellen Runde waren 17 deutsche Schulen aus sieben Bundesländern mit ihrer Bewerbung erfolgreich und können nun das eTwinning-Schulsiegel für zwei Jahre (2021/2022) führen. eTwinning, ein Angebot im Programm Erasmus+, ermöglicht die europäische Zusammenarbeit von Schulen über das Internet.

Gemeinsam ist allen prämierten Schulen, dass sie eine Vorbildfunktion einnehmen in Sachen digitales Lernen und Internetsicherheit. Sie verfolgen innovative pädagogische Konzepte und gestalten ein inklusives und kollaboratives Lernumfeld. Auch die Fortbildung des Lehrpersonals spielt eine wichtige Rolle, ebenso wie ein gemeinsamer Führungsstil. 

(https://www.kmk-pad.org/programme/etwinning.html)

Schüleraustausch kommt nach Hause

Da ein Schüleraustausch in Corona-Zeiten nicht möglich ist, haben sich jetzt Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Archigymnasiums digital mit Jugendlichen aus dem französischen Laxou, einem Vorort von Nancy, getroffen und ausgetauscht.

Eigentlich ist der Besuch der Partnerschule in Briey/Frankreich im Frühjahr ein fester Termin im Austauschprogramm der Schule. Doch da in diesem Jahr Corona noch einmal einen Strich durch diese Reise macht, hat die Französischlehrerin Frau Lescher kurzerhand umdisponiert und die Begegnungen zwischen deutschen und französischen Jugendlichen coronakonform gestaltet. Damit die  Schülerinnen und Schüler nicht auf die binationale Begegnung verzichten mussten, trafen sich insgesamt 28 Neuntklässler des Archis und einer französischen Schule in Nancy im Rahmen eines eTwinning Projektes der europäischen Kommission. Dabei lief (fast) alles wie auch bei einem „richtigen“ Treffen ab. Zunächst konnten sich die Jugendlichen nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten auf Seiten der Franzosen in einer Videokonferenz auf unterhaltsame und spielerische Weise kennenlernen. So haben die Schülerinnen und Schüler z.B.  beim Montagsmaler-Spiel ihren Wortschatz in der Fremdsprache aktiviert und auch erweitert. Dann ging es in die Arbeitsphase. Die Teams erhielten die Aufgabe, deutsch-französische Pendants aus ganz verschiedenen Bereichen wie dem Sport, der Gastronomie, Film/Kino/Musik oder Sehenswürdigkeiten zu finden und sich gegenseitig vorzustellen. Dabei stand nicht nur die Kommunikation in der Fremdsprache im Vordergrund, sondern auch der Austausch über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. So fanden die Schülerinnen und Schüler neben recht offensichtlichen Gegenstücken wie der deutschen Brezel und des französischen Croissants und auch dem Brandenburger Tor und dem Louvre Kombinationen wie Currywurst und Tartiflette, Marco Reus und Kylian M’Bappé oder Helene Fischer und Angèle.

Abschließend lässt sich festhalten, dass das Zusammenarbeiten in den gemischten Schülergruppen und auch der das Projekt abschließende gemeinsame virtuelle Austausch den abgesagten Besuch in Briey ein bisschen vergessen machen ließen. Die Jugendlichen jedenfalls waren mit Eifer dabei und haben die Gelegenheit genutzt, die französische Sprache und Kultur auf diese Weise näher kennenzulernen.

12 Sterne für das Klima – Planspiel

12 Sterne für das Klima – Planspiel

Sich einmal wie die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fühlen oder als Umweltkommissar:in eines europäischen Mitgliedstaates die Geschicke der Europäischen Union lenken: Diese spannende Erfahrung wurde den Schüler:innen des SoWi-Zusatzkurses der Q2 durch das Planspiel „Europa macht Klima“ ermöglicht. Erstmals wurde dies pandemiebedingt rein digital durchgeführt.

Nach einer kurzen Einweisung in die Strukturen der EU und die Einführung in die klimapolitische Thematik wurde den Schüler:innen ihre Rollen in den Institutionen der EU, aber auch als Vertreter unterschiedlicher Lobbygruppen, zugewiesen. Nachdem sich jeder auf seine individuelle Rolle vorbereitet hatte, stellte die EU-Kommission einen Vorschlag für ein neues Asylgesetz vor. Daran anschließend wurde der Entwurf in weiteren informellen Absprachen mittels digitaler Gruppenräume diskutiert und zusätzlich eigene Ideen und Perspektiven miteingebracht. Im weiteren Verlauf entspann sich eine sehr eine lebhafte und hitzige Diskussion, die auch nach dem abschließenden Votum des Europäischen Rates weitergeführt wurde.

„Normalerweise denkt man, dass solche Deals in den Hinterzimmern der Macht ausgehandelt werden. Aber so konnten wir direkt nachvollziehen, welche Akteure darüber hinaus für die Abstimmungen relevant waren“, resümierte ein:e Schüler:in das realistische Szenario des Planspiels. Obwohl den Schüler:innen durch die digitale Variante eine hohe Konzentration abverlangt wurde, waren sich alle einig, dass dies eine sehr gelungene Methode war, politisch komplexe Prozesse erfahrbar zu machen.

Archi erhält eTwinning-Qualitätssiegel

Archi erhält eTwinning-Qualitätssiegel

Die Mühen des Französischkurses der jetzigen 9a und b haben sich gelohnt. Das Archi ist jetzt für sein europäisches Schulprojekt über den Alltag in Europa mit dem eTwinning-Qualitätssiegel 2020 für beispielhafte Interprojekte ausgezeichnet worden. Die Schülerinnen und Schüler bekamen hochwertige Sachpreise und Urkunden als Anerkennung für ihre geleistete Arbeit.

In ihrem Projekt haben sie sich mit dem Thema „Europäische Lebenswelten“ beschäftigt und sich Gedanken zu verschiedenen Sitten in den teilnehmenden Ländern gemacht. So stellte sich heraus, dass Jugendlichen aus Italien, Spanien und Portugal die Maibaumtradition völlig fremd ist, während unsere Schüler wiederum von den Gepflogenheiten zum Tag der Befreiung vom Faschismus in Italien nicht wussten. Aber auch der Blick auf Feierlichkeiten, die in allen teilnehmenden Ländern gefeiert werden, stellte sich als spannend heraus. So brachten unsere Schüler den südeuropäischen Partnern deutsche Traditionen zum Weihnachtsfest nahe, indem sie über typische Gerichte wie Gänsebraten berichteten und Weihnachtskarten verschickten.

Aber auch persönliche Erfahrungen in der schwierigen Zeit des Lockdowns in den einzelnen Ländern waren ein Thema, das die Schülerinnen und Schüler besprochen haben – alles natürlich auf Französisch.

Letztendlich hat das Projekt als Teil des Programms Erasmus+ der Europäischen Union dazu beigetragen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Partnerklassen durch kreativen Medieneinsatz und innovative Unterrichtskonzepte auch in Zeiten, in denen ein Austausch in Form von gegenseitigen Besuchen nicht möglich ist, weiter intensiviert und gegenseitig gefördert hat.