Archi Chor und Soester Blechbläser lassen das Soester „Gloria“ an Heiligabend vom Petrikirchturm erklingen
Generalprobe: (auch für die ehemaligen Archi Sänger*innen) Donnerstag, den 22.12.22 um 17 Uhr am Brunnen am Archi
Rund 50 Sängerinnen und Sänger aus der Schulgemeinde des Archigymnasiums (sowie ein paar Externe) und 6 Blechbläser (Erwachsene und Schüler) aus Soest stimmen unter der Leitung der Musiklehrerinnen Elke Henke und Frauke Geisweid-Kröger das alte Weihnachtslied an. Mehr als drei Jahrhunderte hat dieser Brauch überlebt. Das Soester „Gloria“ ist die älteste ökumenische Veranstaltung überhaupt. Für einen echten Soester beginnt das Weihnachtsfest gar erst, wenn Gesang und Posaunenklänge vom Turm der Petrikirche verhallt sind. Das „Gloria“ erklingt im zweimaligen Wechsel mit dem Choral „Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ nach einem viermaligen Umgang. Am Heiligabend, kurz vor 19 Uhr, verlöschen die Lichter auf dem Petrikirchhof im Herzen der alten Hansestadt. Im Dunkeln stehen Tausende von Menschen. Erwartungsvoll blicken sie auf den Turm der Petrikirche. Dort, auf dem 40 Meter hohen Turmumgang, leuchten Laternen. Wenn dann die sieben Schläge der Kirchturmuhr verhallt sind, beginnt die wohl schönste aller Soester Weihnachtsfeiern: das Soester „Gloria“.
Die besten Vorleserinnen und Vorleser der Klassen 6 haben der Schulsieger ermittelt
Kurz vor Weihnachten ist es wieder so weit: Die 6. Klassen ermitteln die Schulsiegerin oder Schulsieger des Vorlesewettbewerbs und auch in diesem Jahr war es wieder eine ganz knappe Entscheidung. Aber jetzt steht fest: Saphira Böse aus der 6a wird unsere Schule als Schulsiegerin des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels 2022 in der nächsten Runde vertreten.
Zum Vorlesen hatte sie einen Auszug aus dem spannenden Jugendroman Die Duftapotheke – Ein Geheimnis liegt in der Luft von Anna Ruhe ausgesucht, in dem Luzie, ihr kleiner Bruder Benno und der Nachbarsjunge Mats die Geheimnisse rätselhafter Duftflakons erforschen und dabei mache Gefahr bestehen müssen.
Nur ganz knapp musste sich Vanessa Koci (6a) geschlagen geben. Sie nahm ihr Publikum beim Vortrag aus dem Roman Mit Jeans in die Steinzeit von Wolfgang Kuhn mit zu einem Ferienabenteuer in Südfrankreich. Auch hier war die Spannung hoch, weil aus einem erholsamen und entspannten Urlaub plötzlich ein packendes Abenteuer wird.
Aber auch die anderen Klassensieger hatten die Bücher, aus denen sie vorlasen, gut gewählt, sodass es dem Publikum Spaß machte zuzuhören. Ilian Schneider (6c) hatte einen Auszug aus Mio, mein Mio (Astrid Lindgren) gewählt, Jonas Kemper (6d) trug eine Passage aus J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe vor.
Der Fremdtext war dieses Jahr ein Auszug aus dem Jugendroman „Grüne Gurken“ von Lena Hach.
Der Jury – bestehend aus Herrn Pommeranz, Frau Schulze-Buxloh und der Siegerin des Schulentscheids von 2021 Fenja Keppeler (7b) – fiel es nicht leicht, sich für nur einen Vortrag als den Besten zu entscheiden. Alle vier VorleserInnen hatten durch ihr lebendiges und ausdrucksstarkes Lesen ihre Texte zum Leben erwecken und ihr Publikum begeistern können. Doch schließlich stand fest: Saphira wird in der nächsten Runde für unsere Schule wieder lesen.
Wir gratulieren allen sechs VorleserInnen ganz herzlich für ihre tollen Vorträge und drücken Saphira die Daumen in der nächsten Runde auf Kreisebene!
Wir freuen uns, mit Unterstützung des Fördervereins für das Kalenderjahr 2023 erstmalig den Archi Kunstkalender auflegen zu können. Der Familienkalender im Format 30 x 30 cm hat fünf Spalten für Eintragungen. Er begleitet Sie mit Zusammenstellungen künstlerischer Arbeiten sowie Einzelwerken von Schüler*innen verschiedener Jahrgangsstufen durchs Jahr. Ist uns das Gesehenwerden möglichst vieler Bildwelten unserer Schüler*innen ein besonderes Anliegen, so ist ein Jahr noch deutlich zu kurz, die bunte Palette des Kunstschaffens am Archi vollständig abzubilden. Mit Ihrem Kauf unterstützen Sie Folgeauflagen des Kalenders und den materialbasierten Kunstunterricht. Beleben Sie die heimische Galerie, bedenken Sie Freunde und Verwandte. Erworben werden kann der Kalender für 15,-€, ein Set von drei Stück für 40€. Die Kunstfachschaft nimmt Vorbestellungen ab sofort entgegen und informiert im Unterricht über den Verkaufsstart im Sekretariat.
„Warnung, diese Kunst kann verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen!“, steht auf den kleinen Schachteln, die die Größe einer Zigarettenpackung haben. Man kann sie für 4 Euro aus dem Zweischacht-Automaten an der Niederbergheimer Straße 9 – im „Vorgarten“ des Archigymnasiums – ziehen: Ein Schacht mit Werken überregionaler Künstlerinnen und ein Schacht exklusiv mit Archi-Kunst! Was die Käuferinnen bekommen, ist Zufall. Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Objekte – alles, was in die Schachtel passt. „Es ist ein kleiner Kunstraum, in dem die teilnehmenden Künstler*innen in einer 5 mal 8 mal 2 cm großen Schachtel ausstellen“, so Lars Kaiser, Gründer des Projekts. In Potsdam ansässig, startete er 2001 mit einem Prototyp in Berlin. Seither organisiert, erstellt und verteilt er seine Kunstautomaten mit wachsendem Radius in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Österreich und der Schweiz … und neuerdings auch in Soest!
Musik und lautes Gelächter schallen vom Sportplatz. Der Duft von gegrillten Würstchen liegt in der Luft. Dutzende von bunten Zelten stehen da, wo sonst Fußball gespielt wird. Baustrahler und eine große Feuerschale erhellen die Nacht. – Wer am Freitag, dem 23.09.22 ab 18:00 zufällig an der großen Sporthalle vorbeigekommen wäre, der hätte das Archi von einer ganz anderen Seite erleben können.
Die Rede ist von der ersten Unterstufen-Übernachtung am Archi. Knapp 100 Fünft- und Sechstklässler hatten im September dieses Jahres zum ersten Mal die Möglichkeit, an ihrer Schule zu übernachten. Los ging es ab 17 Uhr, doch schon vorher waren einige Schüler der SV bereits fleißig mit dem Aufbau beschäftigt. Dank milder Temperaturen war es möglich, dass die Schüler*innen auf unserem großen Sportplatz zelten konnten.
Bereits einige Wochen vorher wurden deshalb Anmeldebögen in den 5. und 6. Klassen verteilt, sodass die Schüler*innen, die mitmachen wollten, sich schon frühzeitig überlegen konnten, mit wem sie zusammen im Zelt übernachten. Somit standen ab 17:30 Uhr mehr als 25 Zelte auf dem Rasen, wo sonst in den Pausen entspannt oder gespielt wird. – Ein skurriler Anblick. – Neben den Übernachtungsmöglichkeiten musste natürlich auch für die Verpflegung gesorgt sein. So konnte jede/r Schüler*in etwas zum Büfett mitbringen, was dann auf mehreren Tischen vor der großen Sporthalle aufgebaut wurde. Daneben sorgte die SV auch mit 150 hausgemachten Würstchen und zwei großen Gasgrills, dass keiner an diesem Abend hungrig ins Zelt gehen musste.
Ab 18 Uhr wurden dann auch die letzten Eltern vom Schulgelände „verscheucht“, sodass die Unterstufen-Übernachtung offiziell starten konnte. Nach einer kurzen Begrüßung und einem Gute-Stimmungs-Check ging es auch schon gleich energiegeladen los. Zuerst stand „Räuber und Gendarm“ auf der Tagesordnung. So zogen die Schüler*innen aufgeteilt in zwei Gruppen mit mehreren SV-Mitgliedern los in Richtung Schulhof. Es wurde ein bestimmter Bereich festgelegt und dann konnte es auch schon losgehen. Ausgelassenes Gelächter und Geschrei erfüllten das Schulgelände.
Es fing schon an zu dämmern als die ersten Rauchschwaden mit Würstchenduft hinüberwaberten: das Zeichen zum Essen zu kommen! Eine Horde von Archianern stürmte dem Duft entgegen und machte sich anschließend über ein reichhaltiges Büfett her. Von Salaten, Baguette, und Pizzaschnecken über Kartoffelsalat, Käsespießen und Crackern hinzu Muffins, Obst und Joghurt gab es alles, was das Schülerherz begehrte.
Als die letzten Hungrigen satt und glücklich waren, war es bereits dunkel geworden. Nur das Licht vor der Sporthalle, von Baustrahlern auf dem Sportplatz und der gerade aufgebauten Feuerschale spendeten ein bisschen Helligkeit. „Je dunkler desto besser“ lautete deshalb das Motto der nächsten Aktion. Mit Unterstützung durch die Mini-SV wurde eine Schnitzeljagd über den gesamten Schulhof geplant und aufgebaut, an dessen Ende auf das Siegerteam ein Schatz voller Süßigkeiten irgendwo auf dem Schulhof wartete. Nach dem sich Gruppen von 4 bis 5 Personen gebildet hatten, konnte das Rätseln schon beginnen. Ausgestattet mit Taschenlampen fingen die Archianer an, die kniffligen Rätsel zu lösen und den Schulhof nach Hinweisen abzusuchen. Nach mehr als einer Stunde kam das erste Siegerteam zurück – mit strahlenden Lächeln auf den Gesichtern.
Nachdem die ersten von der Schnitzeljagd zurückkamen, sammelten sich viele Schüler*innen um die Feuerschale. Dort hatten zwei Mitglieder der SV begonnen auf der Gitarre etwas vorzuspielen. Schon bald wurden sie von einer Horde von Archianern mit (mehr oder weniger) lieblichem Gesang begleitet. Von „Wonderwall“ bis „Ein Hoch auf uns“ kam jeder Musikfan auf seine Kosten.
Da es schon sehr dunkel und langsam auch kühler wurde, verlagerte sich der Schwerpunkt des Abends jedoch schon bald in die Sporthalle, wo bereits die erste lebhafte Runde „Werwolf“ begonnen hatte. Nach einer intensiven Stunde voller Erzählen, Flunkern, Verrat und Aufdeckung kam es schließlich zum krönenden Abschluss des Abends: der Kinderdisco. Bis Mitternacht wurde hier ausgelassen getanzt und gesungen. Schließlich war um 12 Uhr Bettruhe. Spätestens jetzt waren dann auch die letzten Energiereserven der Schüler aufgebraucht. Nachdem alle ihre Zelte bezogen und sich fürs Schlafen fertig gemacht hatten, stahl sich eine ungewohnte Stille über den Schulhof.
Um 7 Uhr am nächsten Morgen kamen die ersten Schlaftrunkenen wieder aus ihren Zelten gekrochen. Selbst Herr Couchoud wurde schließlich durch ein „mysteriöses Schaukeln“ seines VW-Busses geweckt. Eine halbe Stunde später gab es dann Brötchen und die Reste des Büfetts zum Frühstück. Bald trudelten auch schon die ersten Eltern ein und halfen beim Abbau der Zelte mit. Müde, aber glücklich durften die Fünft- und Sechstklässler dann wieder mit ihren Eltern nach Hause und zu ihren eigenen, gemütlichen Betten fahren.
Ein großes Dankeschön an die Organisatoren der SV, an alle Eltern und natürlich auch an alle Fünft- und Sechstklässler, die mitgemacht haben und diese Übernachtung hoffentlich noch lange in Erinnerung behalten werden!
Sichtlich beeindruckt und nachdenklich verließen die Schülerinnen und Schüler der Q2 die Aula ihrer Schule. Sie hatten in einem dreistündigen Zeitzeugengespräch mit Abba Naor von dessen Überleben zweier Konzentrationslager und des Todesmarsches von Dachau erfahren.
Die Geschichte seines Überlebens erzählt der 94-Jährige in einer Videokonferenz, die von der KZ-Gedenkstätte Dachau organisiert worden ist. Sein Bericht beginnt im litauischen Kaunus, wo er geboren wurde und als Teil der jüdischen Gemeinde in Toleranz und friedlichem Miteinander der Religionen und ethnischen Gruppen aufwuchs. Als kurz nach der Annexion Litauens 1940 durch die Sowjetunion und die deutsche Besetzung ab 1941 die Entrechtung und Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung begann, wurde auch die Familie Naor in das Ghetto Kaunus eingewiesen. Dort wurde der ältere Bruder Naors erschossen, weil er für die Familie Brot außerhalb des Ghettos kaufen wollte. „Aber die Hoffnung wollten wir niemals aufgeben“, beschreibt der 94-Jährige die Situation. Für Naor und seine Familie ging der Kampf ums Überleben weiter.
1944 wurde die Familie in das KZ Stutthof nahe Danzig deportiert. Hier sah er seine Mutter und seinen jüngeren Bruder zum letzten Mal, bevor sie nach Auschwitz gebracht und ermordet wurden. Er selbst überlebt die Arbeit in den Neben- und Arbeitslagern des KZs Dachau unter unvorstellbaren Lebens- und Leidensbedingungen und wurde nach einem mehrtägigen Todesmarsch nach Süden durch die Amerikaner befreit.
Immer wieder verlagert der Holocaust-Überlebende den Schwerpunkt seines Berichts auf das Leben und die Leiden der Kinder – erzählt aus der Perspektive seines eigenen Schicksals. So fragt er sich nach wie vor: „Was haben Kinder verbrochen? Sie sind unschuldig. Kinder werden in die Welt hineingeboren. Sie haben nicht die Freiheit, ihre Religion auszusuchen.“
Abba Naor ermuntert die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an seinen Bericht ihm Fragen zu stellen. So interessiert es die Jugendlichen, wie der Holocaust-Überlebende heute Antisemitismus und Rassismus erlebt. „Ich dachte, in meinem Leben würde ich keinen Antisemitismus mehr erleben. Was können wir dafür, in gewisse Lebensverhältnisse hineingeboren zu werden?“, drückt er sein Unverständnis dafür aus, dass Feindseligkeiten gegenüber religiösen oder ethnischen Gruppen auch heute noch zu beobachten sind. Dabei spricht er ohne Bitterkeit und lehnt aktuelle Gerichtsverfahren wie den Prozess gegen eine ehemalige KZ-Sekretärin mit dem Verweis ab, dass inzwischen zu viel Zeit vergangen sei. Eine Schülerin drückt ihr Erstaunen im Anschluss an das Zeitzeugengespräch so aus: „Es ist bewundernswert, dass Herr Naor meinte, gelernt zu haben, ohne Hass zu leben.“
Nach dem Krieg habe ihn neben Hass und Verbitterung vor allem Trauer und Traurigkeit bewegt, heute würden Freude und die Familie sein Leben bestimmen. Die damalige Zeit habe er aber nicht vergessen: „Ich wurde aus dem Lager befreit. Aber ich habe das Lager nie verlassen.“ Die jungen Leute fordert er auf, das Beste aus dem Leben zu machen und das Leben zu genießen. Eine Aufforderung, der nach diesem Bericht eine besondere Bedeutung bekommt. Ein Schüler fasst den Vormittag abschließend so zusammen: „Dass das wirklich alles passiert ist, ist einfach unvorstellbar. Deswegen fand ich es auch so beeindruckend, dass Herr Naor so glücklich erschien.“