Nachdem die Astronomie-AG mit dem letzten Ballonstart im Dezember 2019 nicht ganz die Zielsetzung der Mission erreicht hatte, wurde direkt ein erneuter Start in Angriff genommen. Dieses Mal sollte die Sonde sowohl Videos, aber auch Messdaten während des Fluges aufnehmen. Dazu wurde die Messelektronik komplett neu angefertigt, programmiert und mit LoRa-Technik ausgestattet, wodurch am Anfang des Fluges die Daten live an uns – das Astro-Team – gesendet werden sollten. Zu diesen gehörten zum einen Daten, wie Höhe, Temperatur und Luftdruck, aber auch die Zusammensetzung der Luft. Auch wurden neue Sponsoren gesucht, um die ganze Aktion zu finanzieren. Jedoch wurde die Planungsphase durch die Pandemie unterbrochen und musste erstmal auf Eis gelegt werden, obwohl die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen waren. Doch im Sommer 2021 ergab sich dann die Möglichkeit, den Ballonstart im Rahmen der Herbstakademie in Begleitung eines Workshops durchzuführen. Da mittlerweile die Mitglieder der ehemaligen Astronomie-AG die Schule verlassen hatten und ihr Studium begonnen hatten, bestand das Astro-Team nur noch aus Sophie Müller, Rajan Singh und Jendrik Weise, die ihre Semesterferien in Soest verbrachten, in Begleitung von Herrn Stark. Alle konnten Sophie zustimmen, wenn sie die Rückkehr damit begründete, dass es sehr schade wäre, wenn das Projekt nach der vielen investierten Zeit nicht zu Ende gebracht würde.

Der Workshop fand am Dienstag und Mittwoch, den 5./6.10. statt und richtete sich an die Fünft- und Sechstklässler. Er thematisierte die Grundlagen eines Wetterballons. Nach kurzer theoretischer Einführung und Vorstellung des Projekts, konnten die Schüler sich selbst als Ballon-Piloten ausprobieren. So planten und bauten sie in Zweier-Teams ihre eigenen „Mini-Wetterballons“ und auch einen etwas größeren Ballon mit Sonde, der einfache Messdaten sammelte. Die Schüler hatten viel Spaß beim Basteln und Tüfteln und freuten sich hinterher sehr über ihre eigenen Ballonmodelle.

Nach einer mehr oder weniger gelungenen Generalprobe am Donnerstag, bei der noch wichtige Feinjustierungen – besonders die Elektronik betreffend – durchgeführt wurden, war am Freitag der große Tag für das Astro-Team gekommen. Während der ersten vier Unterrichtsstunden wurden die letzten Vorbereitungen auf dem Sportplatz getroffen. Der Ballon wurde gefüllt und sicher mit dem Fallschirm und der Sonde verknotet und die Technik wurde ein letztes Mal überprüft. In der zweiten Pause war es dann soweit und die Halteschnur des Ballons wurde nach einem beeindruckenden Countdown im Beisein der versammelten Schülerschaft von uns gemeinsam durchtrennt und der Ballon erhob sich von Drohnen gefilmt in die Luft.

Nachdem sich der Sportplatz geleert hatte und alles weggeräumt war, wurde in Herrn Starks Auto die Verfolgung des Ballons aufgenommen. Durch eine Prognose der Route wussten wir, dass die Fahrt in Richtung Sauerland gehen würde. Im Auto wurde sehnsüchtig auf die erste Meldung des GPS-Trackers gewartet und nach einer Stunde ohne Signal stellte sich langsam Verunsicherung ein. Zur allgemeinen Erleichterung erhielten wir doch noch einen Standort der Sonde, der uns nach Drolshagen führte. Dort angekommen war die Sonde aber nicht aufzufinden. Nach mehreren Stunden der Suche, vielmaligem Klingeln bei den Anwohnern und sogar der Suche aus der Luft mit Hilfe einer Drohne, wurden wir immer noch nicht fündig. Doch unsere Aktion hatte einen Anwohner auf uns aufmerksam gemacht, der beobachtet hatte, wie ein Bauarbeiter die Sonde – die auf einer Baustelle gelandet war – kurz vor unserem Eintreffen aufgesammelt und mitgenommen hatte. Somit wurde klar, dass wir heute unsere Sonde nicht mehr wiederbekommen würden.

Wir machten uns also niedergeschlagen auf den Heimweg. Doch nicht etwa um uns ausruhen: Direkt am Montag wurde eine Suchaktion mit Unterstützung der lokalen Presse, des Fundbüros und der Anwohner gestartet. Diese zeigte auch prompt Erfolg. Ein Mitarbeiter der Wasserwerke meldete sich bei Herrn Stark und erklärte, dass er die Sonde gefunden und eingesammelt habe. Am Donnerstag wurde die Sonde dann durch unseren Drohnenpiloten Fabian Tschirbs (Q1) in Drolshagen abgeholt. Nun konnten endlich die Videos und die Messdaten ausgewertet werden. Diese wurden zum Abschluss den Teilnehmern des Workshops präsentiert, um zu zeigen, welchen Sinn der Wetterballon schlussendlich hatte und ihr Interesse für Projekte dieser Art zu wecken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt ein voller Erfolg war, wenn auch nicht immer alles perfekt geklappt hat. Durch Herrn Stark wurde es treffend als „eine Achterbahn der Gefühle“ beschrieben, das nach einem lehrreichen und auch spaßigen Workshop, einem fantastischem Ballonstart und einer nervenaufreibenden Suchaktion doch sehr zufriedenstellend endete und einige beeindruckende Fotos und Videos lieferte. Auch die Messwerte sind nicht zu vernachlässigen, wenn auch laut Rajan „natürlich keine bahnbrechenden Erkenntnisse gewonnen wurden, aber es trotzdem spannend war, eigene Messungen durchzuführen“.

An dieser Stelle gilt unser Dank unseren Sponsoren und Unterstützern, die das Projekt erst möglich gemacht haben. Zu nennen sind die Volksbank Hellweg, die Firma Ohrmann Montagetechnik, die Stadtwerke Soest und das Soester Stadtlabor – Vielen Dank!

Sophie Müller