Soest. Es ist mittlerweile eine gute und bewährte Tradition, dass der Hebräischkurs des Archigymnasiums das Jüdische Gymnasium Moses Mendelssohn in Berlin besucht. Bereits seit dem Jahr 2002 besteht der Kontakt zwischen den beiden Schulen, der von dem jüdischen Religionslehrer Dr. Avraham Ehrlich und dem Archischulpfarrer Volker Kluft intensiv gepflegt wird.

Seit bald zwei Jahren lernen die Soester Schülerinnen und Schüler Hebräisch, die Sprache des Alten Testaments und der Jüdischen Religion. So war es für die 8 Gymnasiasten in der vergangenen Woche eine ganz neue Erfahrung, das jüdische Leben in Berlin live zu erleben. Im Leistungskurs für Jüdische Religion und Philosophie diskutierten die Soester Schüler mit ihren Gastgebern über die Rolle von Tradition und Religion in der modernen Gesellschaft, und im Hebräischkurs konnten sie ihre Fähigkeiten im modernen Hebräisch testen.

Acht Schülerinnen und Schüler nahmen an dieser einwöchigen Fahrt mit ihren Lehrern Volker Kluft und Kathrin Wieneke teil: Hannah Bruschke, Lea Rocholl, Lena Retzko, Tomke Willer, Nico Breiter, Fabian Hille, Vitus Kirchner. Violetta Genning, die bereits 2017 ihr Abitur am Archigymnasium abgelegt und dort auch das Hebraicum erworben hatte, begleitete Pfarrer Kluft und den Kurs nach Berlin.

Neben dem Unterricht im Jüdischen Gymnasium besuchten die Schüler auch Jossif Gofenberg in der Jüdischen Volkshochschule, der dort Klezmer unterrichtet und den jüdischen Chor leitet und für die Gruppe Klezmer und jiddische Lieder spielte.

Einen besonderen Eindruck hat bei den Schülern sicherlich der Schabbat Gottesdienst am Freitagabend hinterlassen. Eingeladen von der jüdisch orthodoxen Synagoge in der Joachimsthalerstrasse erlebten sie eine sehr lebendige und fröhlich Art in der Synagoge zu feiern. Fester Bestandteil des Gottesdienstes dort ist der gemeinsame Tanz, in dem sich die Freude über den Schabbat ausdrückt. Ob die Schüler wollten oder nicht, freundlich aber bestimmt lud Rabbiner Yizhak Ehrenberg die Soester ein, sich den Tanzenden anzuschließen. Eine besondere Freude war es, dass die Gruppe nach dem Gottesdienst von Rabbiner Ehrenberg sogar noch zum Kabbalt-Schabbat, dem gemeinsamen Abendessen der Gemeinde, eingeladen wurde, ein Zeichen für das gewachsene Vertrauen, das die Soester Schüler mittlerweile in Berlin genießen.
Nach dieser eindrücklichen Fahrt haben die Schüler jetzt noch bis zum Mai Zeit, sich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten und das Hebraicum dann hoffentlich auch glücklich zu bestehen.

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Der Hebräischkurs des Archigymnasiums mit seinem Lehrer Volker Kluft auf dem alten Jüdischen Friedhof am Grab des Aufklärers und Philosophen Moses Mendelssohn.